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  • Equipment Leitfaden Immobilienfotografie – Teil 1 Die Kamera

Als Makler gibt es Situationen in den Sie ihre Fotos selbst erstellen müssen. Sei es, weil ein professioneller Immobilienfotograf in ihrer Umgebung nicht verfügbar ist oder es sich deshalb finanziell nicht für Sie rechnet.
In jedem Fall müssen Sie ihre Immobilienfotografien selbst erstellen.
Wie in jedem Beruf, benötigen Sie auch in der Immobilienfotografie das richtige Equipment und welche Kamera am besten geeignet ist, zeige ich Ihnen hier.
Bevor wir uns allerdings auf das Thema stürzen, müssen wir über Objektive sprechen, da die Wahl ihrer Kamera direkt die Wahl ihres Objektivs bestimmt.

Brennweiten

Die Brennweite eines Objektivs beschreibt, wieviel auf ihrem Foto zu sehen ist.
Deshalb spricht man hier auch vom Bildwinkel.
Unser Auge verfügt über einen „Bildwinkel“(Blickwinkel) von circa. 75.4°, wobei wir Menschen nur circa. 63.4° davon bewusst wahrnehmen und wiederum 46.8° scharf sehen.
Bei einer analogen Filmkamera entspricht ein Bildwinkel von 46,8° ungefähr einer Brennweite von 50mm, 63.4° entspricht 35mm Brennweite und 75,4° entspricht circa 28mm Brennweite.
Brennweiten die unseren gewohnten Blickwinkel unterschreiten, spricht man auch von Weitwinkelobjektiven.
Idealerweise würde man deshalb ein Objektiv mit 28mm Brennweite wählen, damit unser normaler Seheindruck gewahrt bleibt und das Bild nicht unnötig verzerrt wird.
Die Welt ist allerdings nicht ideal, weshalb eine Brennweite von 28mm in den meisten Fällen einen zu geringen Bildwinkel hat.
Erfahrungsgemäß benötigt man in den meisten Fällen eine Brennweite von 20-25mm, damit man sowohl kleine Räume wie z.B. Bäder, Flure o.ä. als auch großflächige Räume aufzeichnen kann.

Crop-Faktor

Wie schon eingangs erwähnt, bezieht sich der oben genannte Bildwinkel zu der jeweiligen Brennweite auf eine analoge Filmkamera.
Warum dies wichtig ist? Die Größe des Sensors, in diesem Fall der Film, variiert von Kamera zu Kamera und von Marke zu Marke.
Die Größe des Sensors wiederum, beeinflusst die reelle Brennweite ihres Objektivs, da ein kleinerer Sensor nicht das gesamte Bild ihres Objektivs einfängt, sondern nur einen Teil davon.
Um die Verwirrung bei der Berechnung der reellen Brennweite ihres Objektivs zu lösen, entschied man sich deshalb zu Beginn der digitalen Fotografie dazu den Crop-Faktor einzuführen.
Als Ideal wird dabei eine analoge Filmkamera(35mm Film) angenommen, da diese in der analogen Zeit die häufigste Filmgröße darstellte.
Aus diesem Grund teilte man dem 35mm Film den Crop-Faktor 1x zu.

Beispiel

Die am meisten vertretene Sensorgröße am Kameramarkt ist der APS-C Sensor. Dieser hat die Hälfte der Fläche eines analogen Films, weshalb der Crop-Faktor hier 1.5x beträgt.
Möchte man nun eine reelle Brennweite von 24mm nutzen, berechnet sich die benötige Brennweite wie folgt:
Reelle Brennweite = Vollformat Brennweite / Crop-Faktor
18,6mm Reelle Brennweite = 28mm Vollformat Brennweite / 1.5x Crop-Faktor
Was das genau bedeutet erkläre ich Ihnen im nächsten Schritt.

Sensorgrößen

Das Äquivalent in der digitalen Fotografie zur klassischen Filmkamera ist die sogenannte „Full-Frame“ Kamera oder auch Kleinbild-Kamera.
Hierzu zählt z.B. die Canon 5D und 1D Reihe, die Nikon D600/D700/D800/D3/D4/D5 und die Sony Alpha 7/9 Serie.
Das nächst kleinere Format ist das APS-C Format mit dem Crop-Faktor 1.5x, da der Sensor nur 50% der Fläche eines Full-Frame-Sensors besitzt.
Zu den APS-C Kameras zählen die Sony a6000/6200/6300 sowie die Nikon D3000/D5000/D7000 Kameras.

Canon vermarktet seine Kameras zwar auch als APS-C-Kamera, allerdings ist das nicht ganz richtig.
Canon hat sich aus Kostengründen dazu entschieden seine APS-C Kameras mit einem Crop-Faktor von 1.6x anzubieten.

Die kleinste und meiner Meinung nach noch akzeptable Sensorgröße ist das Micro-Four-Thirds-Format. Dieses wird von Olympus und Panasonic genutzt und hat einen Crop-Faktor von circa. 2x und ist daher nochmal um Hälfte kleiner als der Sensor einer APS-C Kamera.

Umrechnung der Brennweiten

Wie oben erwähnt, nutzt man den Crop-Faktor um die reelle Brennweite zu berechnen.
Aber was ist eine „reelle Brennweite“?
Stellen Sie es sich so vor:
Sagen wir, Sie nehmen ein Objektiv mit 28mm Brennweite einer Full-frame-Kamera und stecken es auf eine APS-C Kamera.
Ihr Objektiv nimmt ihr Motiv auf, dreht es um und wirft es auf der Rückseite als kreis rundes Bild wieder aus. Dieser Kreis hat genau die Größe eines Full-Frame-Kamerasensors.
Da ihr APS-C Sensor nur 50% der Größe eines Full-Frame-Sensors besitzt, sieht ihr Sensor nur 50% des Kreises. Dadurch wirkt ihr Bild im Endeffekt, als ob Sie es zu 50% zugeschnitten hätten.
Für ihre „reelle Brennweite“ bzw. die auf Full-Frame-Sensor gerechnete Brennweite multiplizieren Sie den Crop-Faktor ihrer Kamera mit der Brennweite ihres Objektivs.
In diesem Fall wäre das 28mm Brennweite x 1.5 (Crop-Faktor) = 35mm Brennweite
Wenn Sie also auf reelle 28mm kommen möchten, benötigen Sie:
18.6mm x 1.5 (Cropfaktor) = 28mm Full-Frame Brennweite

Große Sensoren sind teuer

Um dem Problem des Crop-Faktors zu entgehen wäre es am besten eine Full-Frame-Kamera zu nutzen, diese sind allerdings teuer, sehr teuer sogar.
Eine Nikon D850 Full-Frame-Kamera beläuft sich z.B. ohne Objektiv auf 2.199€.
Nikons teuerste APS-C Kamera, die Nikon D500, kostet hier im Vergleich nur 1.497€
APS-C Kameras erhalten Sie aber auch schon im Preisrahmen von 400 bis 1200€ Neupreis, weshalb ich aus finanzieller Sicht immer eher zu einer APS-C Kamera raten würde.
Falls Sie nun denken: „ Gut dann nehme ich doch lieber eine Micro-Four-Thirds-Kamera, bei nochmal halbierter Sensorgröße kostet die Kamera sicher nur die Hälfte!“ werden Sie schnell feststellen, dass die Hersteller solcher Kameras den gleichen Preis wie Hersteller einer APS-C Kamera aufrufen.
Durch die Miniaturisierung ist die Fertigungstechnik solch kleiner Kameras leider sehr preisintensiv, wodurch diese Kameras wiederum vergleichsweise teuer sind.

Meine Empfehlung

Aufgrund der Preisgestaltung der Hersteller würde ich Ihnen deshalb zu einer APS-C Kamera raten, da diese günstiger sind und nahezu die gleiche Qualität einer Full-Frame Kamera bieten.

Ich empfehle hier meistens Sony Kameras, da diese etwas günstiger sind als ihre Konkurrenten von Nikon oder Canon. Sony Kameras sind zwar vergleichsweise schlechter gefertigt und weniger haltbar, allerdings werden Sie bei der Immobilienfotografie nie in Situationen kommen, bei denen Sie die Wasserdichtigkeit ihrer Kamera testen werden.

Falls Sie mit dem Gedanken ihrer Kamera noch einen Aufsteckblitz hinzuzufügen, müssen Sie bei Sony zu einer der teureren Modelle greifen, da Sony bei den günstigen Modellen nur sehr teure proprietäres Zubehör unterstützt.

Deshalb würde ich Ihnen von Anfang an zu einer Sony a6000/6200/6300/6500 raten.

Im zweiten Teil des Einführungskurses, behandele ich mit Ihnen die verschiedenen Objektiv-Typen und welche Objektive für Sie geeignet sind. Seien Sie gespannt!

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