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  • Warum sehen Produkte online anders aus? – Kalibrierung, Genauigkeit und Farbräume

Testbild Fernsehen

Viele Nutzer vergessen beim Kauf eines neuen Monitor einige der wichtigsten Themenbereiche, Farbkalibrierung, Farbgenauigkeit und Farbraumwiedergabe.

Aber wieso sollten sie sich damit auseinandersetzen?

Denken sie an das letzte mal, als sie in einem Online-Shop ein Kleidungsstück gekauft haben und an den Moment als es bei ihnen zuhause auf dem Tisch lag.
Ich wette sie waren verwundert, dass es völlig anders aussah, als auf ihrem Bildschirm!
Falls sie ihre Kleidung bei ASOS, Zalando oder einem anderen der großen Online-Shops bestellt haben, lag das jedoch nicht am Fotografen oder dem Retoucher.
Professionelle Firmen achten penibel darauf, dass ihre Produkte richtig angezeigt werden. Viel mehr lag es an dem Bildschirm bei ihnen zuhause!
Aber woran liegt das?
Bei der Abbildung eines Fotos,  gibt es drei große Themenbereiche, welche die Farbwiedergabe bestimmen.

 

1. Farbraum
Von der Farbraumwiedergabe haben sie sicher schon gehört, als sie das letzte mal ein technisches Gerät mit einem guten Bildschirm erworben haben.
Dieser wird meist in >80% sRGB oder >80% AdobeRGB angegeben, wenn sie ein qualitatives Gerät gekauft haben, oder es stand nichts dabei, wenn sie ein schlechtes Gerät bekommen haben.

Colorspace

Color spaces, from Wikimedia Commons; reused under a Creative Commons license

In der Grafik sehen wir im großen gebogenen Bereich alle Farben, welche wir als Menschen mit unserem bloßen Auge wahrnehmen können.
Wie man gut sieht, gibt es verschiedene Farbräume, die den Farbraum unseres Auges noch einmal unterteilen.
Hier gibt es:

ProPhoto RGB
Einer der größten Farbräume, der sogar noch außerhalb unserer eigenen Farbwahrnehmung liegt.
Dieser wird zumeist nur in der Retusche in Photoshop verwendet und findet ansonsten keine Anwendung.

Adobe RGB
Dies ist der Farbraum, der von qualitativen Fotokameras abgedeckt wird.
Die meisten Modelle bieten ein Untermenü in dem zwischen Adobe RGB und sRGB gewechselt werden kann.
Außerhalb der Fotografie, wird dieser Farbraum allerdings kaum verwendet.

sRGB
Und zuletzt gibt es noch sRGB, der kleinste aller üblichen Farbräume.
sRGB ist der weit verbreitetste Farbraum von allen Standards und wird für Prints, das komplette Web, Videos und noch vieles mehr verwendet.
Im Gegensatz zu den anderen gezeigten Farbräumen ist sRGB wirklich winzig, aber selbst die einfachsten Geräte können sRGB nicht zu 100% abdecken.
Ein normaler Laptopbildschirm schafft es gerade einmal 60% des sRGB Farbraum darzustellen!
Das bedeutet, dass ihr Bildschirm nie alle Farben darstellt, welche in den Fotos enthalten sind und sie daher nie das wirkliche Bild betrachten, sondern nur eine Variante davon.

 

2. Farbgenauigkeit
Noch wesentlich schlimmer als zu wenig Farben, sind allerdings falsche Farben.
In der Fotografie spricht man hier von Farbgenauigkeit.
Die Genauigkeit wird zumeist in DeltaE angegeben. DeltaE ist eine Einheit, welche die Stärke der Abweichung vom ursprünglichen Wert beschreibt.
Ein neuer Apple iMac 27″ mit Retina Display hat z.B. einen DeltaE von 2.2, wohingegen ein neuer Lenovo UltraHD Laptop einen DeltaE von bis zu 14 hat.
Welcher Wert an DeltaE akzeptabel ist, ist wie vieles Geschmackssache. Meiner Meinung nach ist ein DeltaE von <3 für Personen, die gerne im Internet shoppen akzeptabel.
Ich persönlich verwende für meine Bildretusche einen Monitor mit einem DeltaE von <0.5, da ich beim Printen keine Überraschungen erleben möchte.

 

3. Monitorkalibrierung
Neben der Farbraumwiedergabe und der Farbgenauigkeit, gibt es jedoch einen Punkt bei dem noch viel mehr Geräte scheitern und das ist die Monitorkalibrierung.
Viele Monitore sind von Werk aus zu gelb-, blau- oder grün-stichig, da die Farbausgabe des Displays zur Kostenersparnis nicht eingestellt wurde.
Das heißt aber nicht nur, dass ihr Monitor einen Farbstich hat, sondern wahrscheinlich auch, dass alle Farben verändert dargestellt werden.
Hellgrün erscheint dann als senfgrün, oder himmelblau als türkis.
Sie können ihnen Monitor allerdings mit einem eigenen Monitorkalibriergerät selbst kalibrieren.
Es gibt viele Hersteller die schon sehr kostengünstig Geräte mit automatisierter Software anbieten.
Aber auch hier gibt es einen Haken.
Viele Monitore, besonders Laptops jeglicher Art, erlauben keine Veränderung der Farben am Gerät selbst!
Stattdessen werden die Farben direkt in der Grafikkarte verändert und danach verändert an ihren Bildschirm weitergegeben.
Das klingt schön und gut, aber herkömmliche Grafikkarten stellen standardmäßig nur genau die Menge an Farben zur Verfügung, die nötig sind.

Wenn ihre Kalibriersoftware nun versucht ihren Monitor zu kalibrieren, wird zwar die Farbgenauigkeit erhöht, aber die Menge an Farben sinkt,
da bei diesem Prozess Farbbereiche verloren gehen.

 

Also lieber nicht kalibrieren?
Oh doch!
Denn ihre Kalibriersoftware passt nicht nur die Farbwiedergabe an, sondern sorgt auch für die korrekte Darstellung von alle Grauwerten in ihren Bildern.
Zudem können sie mit Hilfe der Software die Helligkeit verschiedener Monitore angleichen, wodurch ihr Auge weniger irritiert wird.
Die meisten Softwares überwachen auch die DeltaE Abweichung ihres Monitors über den zeitlichen Bereich der Nutzung und können ihnen anzeigen, ab wann ihr Bildschirm ausgetauscht werden sollte.

 

Und sie Herr Fotograf? wie steht es mit ihnen?
Für meine Kunden erstelle ich fast immer Abbilder. Sei es ein Portrait, eine Immobilie, oder ein Produkt.
Hier kommt es natürlich auf eine möglichst genaue Farbwiedergabe an.
Daher achte ich sehr genau darauf, welche Monitore ich verwende und kalibriere diese wöchentlich.
Aktuell arbeite ich mit einem Samsung U32D970Q, den ich selbst im Elektronikhandel unter verschiedenen gleichen Modellen ausgesucht habe.
Zur Kalibrierung verwende ich persönlich ein X-Rite i1Display Pro. Es ist nicht nennenswert genauer als andere Modelle, aber es arbeitet wesentlich schneller.
Neben dem High-End Samsung Bildschirm verwende ich allerdings auch noch einen zweiten Bildschirm, einen alten HP LP2275w.
Diesen benutze ich zur Kontrolle, damit sicher gestellt ist, dass ihre Fotos auch auf älteren Geräten mit geringem Kontrastumfang ansprechend aussieht.

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